Lieber Herr Hasse!
Anlässlich der Hilbertwoche habe ich so viel zu tun, dass ich noch nicht zu einer ausführlichen Beantwortung kommen kann. Ich bitte Sie, sich bis Montag damit zu gedulden. Zunächst meinen besten Glückwunsch zu der schönen neuen Formulierung des R[eziprozitäts]g[esetzes]. Ich finde auch, dass sie die wahre und symmetrischste ist. In ihr stecken viele spezielle Fälle!80
Dann die Geschichte mit
n-primär. Das war ein ganz dummer Rechenfehler von
mir, auf den ich jetzt nicht weiter einzugehen brauche. Mit (1 -
)
n
,
,
kommt man aber aus. Oder hab ich mich wieder verrechnet? Vielleicht schon mit
weniger.81
Sie müssen entschuldigen, aber ich bin so müde, dass ich nicht genauer darüber
nachdenken kann.
Was Sie zur Klassenkörpertheorie sagen hat mich sehr interessiert und ich habe mir vorgenommen, im Sommer mehr darüber nachzudenken. Meine vorläufigen Ansichten sind diese:82
wesentlich zu vereinfachen, und auch nicht erforderlich, da dieser Teil
durchsichtig genug ist.
einfacher und
durchsichtiger zu beweisen. Ohne Geschlechter und ohne ambige
Klassen, Einheiten ect.
, insbesondere die
Takagische sogenannte „Verallgemeinerung“) dass fürs erste bei diesen
Teilen auf Vereinfachung verzichtet werden kann. Ausnehmen muss ich
den Geschlechtersatz für
n, den man aus der Induktion herauswerfen
müsste.
und der Geschlechtersatz. Das
und
Ge-ixe ist
„Unfug“ und wird durch
-adik an diesen Stellen zwar formal, aber nicht
wesentlich verbessert. Ebenso an einigen Stellen (bei „Verallgemeinerung“
von Geschlecht) das
und
Ge-ixe.84
Gewiss geht es vorläufig nicht anders. Aber ich bin überzeugt dass man es anders machen kann. Sind Sie im grossen Ganzen meiner Meinung?
Mit vielen Grüssen an Ihre Frau Gemahlin und der Bitte, dass sie mein vieles Schreiben entschuldigt
Ihr Artin Kommentare zum Brief Nr. 12: